NEUROSIS *Given to the rising* ISIS, MASTODON, COL. WAX
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Description
NEUROSIS *Given to the rising*
RARE! OOP! COLORED WAX!
Triple gatefold jacket with black flood on the flip side, single page insert, double 180-200 gram vinyl, silver/black and white/black A/B split color progressions.
Wenn "Given To The Rising" losbricht, bewirkt es sofort Atemnot. Der Einstieg ist so frontal wie abweisend, als hätten Neurosis die weiten Landschaften des Vorgängers mit riesigen schwarzen Mauern umbaut, in die kein Licht mehr eindringt und an denen undefinierbare feuchte Rinnsale hinablaufen. Sludge, Doom, dreckige Psychedelik. Ist man einmal drin, differenziert sich das Gelände aus. Viele dunkle, schmale Tunnel locken den Gefahrensucher, wenige Lichtungen öffnen sich. Tun sie es aber, wirken sie um so befreiender. "To The Wind" lullt mit der ersten gütigen Ambientweite der Platte ein und überfällt die Hörer dann fast zu plump, aber immer noch äußerst wirksam. "Distill (Watching The Swarm)" und "Hidden Faces" flechten das Laut und Leise dynamischer zusammen, hier wachsen die Wege ineinander und sind nicht mit Nahtstellen aneinandergeschoben wie Klicklaminat. "At The End Of The Road" ist zwar wieder so ein Zweiteiler aus stiller Ebene und lauter Mordspsychedelik, gewinnt aber durch das, was in der Fläche passiert. Der Gitarrensound, die zischelnden, wie Insekten aus der Tiefe angreifenden Klangarmeen. "Origin" kann man als Rausschmeißer zu lang finden, gar selbstgefällig in seiner Formel des neunminütigen Aufbaus für drei Minuten Weltkrieg, doch das sind nicht die Kategorien, in denen eine solche Platte funktioniert. "Given To The Rising" muss – auch wenn es wegen des stärkeren Rock- und Doom-Anteils und dem Hawkwind-Gedächtnis-Sound nicht so scheint – am Stück gehört werden, in allen Längen, in jedem Detail, in der Anstrengung, die das auch erfordert. Man muss das Land innerhalb der Mauern betreten und jede Ecke gesehen haben, sonst ist die Wirkung weg. Man kann auch nicht nur 30 Kilometer Marathon laufen. Neurosis sind kein Streichelzoo. Noch nie waren sie es so wenig.
Die Götter des Noise Rock sind von ihrem Olymp herabgestiegen, um ihren Untertanen mit einem tonnenschweren Soundbrocken den Tag zu verderben - was ihnen auch beeindruckend gründlich gelingt.
Neurosis sind und bleiben ein Fall für sich. Entweder man steht völlig verwirrt vor einer undurchdringlichen Klangwand - oder man liebt die Kalifornier heiß und innig. Auf Given To The Rising wuchert die Band nicht ganz so extrem wie in der Vergangenheit mit zähen Lavasounds und monotoner Melancholie, massentauglich oder lebensbejahend sind die zehn Songs deshalb aber noch lange nicht. An die Stelle der bedingungslosen Härte treten progressive Psychedelic-Rock-Tripps mit leichtem Hawkwind-Einschlag, und auch die facettenreichen, morbiden Soundscapes brauchen mehrere Durchläufe, bis man sie zumindest ansatzweise erfasst hat. Purer Krach findet sich auf dieser von Steve Albini produzierten Scheibe allerdings nirgends - Neurosis wissen stets, was sie tun, und Given To The Rising dürfte junge Bands wie Isis und Mastodon genauso nachhaltig beeindrucken wie die älteren Werke der Szene-Innovatoren.
Neurosis have been defining post-metal for two decades, and here they continue to show us what it really means to be heavy. Heaviness is not non-stop groaning and bashing and screaming, like you get from every two-bit nu/extreme metal hack who's currently polluting the market. Instead, true heaviness comes from nuance, intelligence, and dynamics, and Neurosis continue to elevate metal to its deepest potential. This album is a masterpiece of sonic landscaping, with gutbucket riffs and insistent rhythms sharing space with atmospheric keyboards and chaotic noise. The Neurosis strategies of tightly coiled aggression and relentless aural design result in music that is somehow both terrifying and illuminating. The bludgeoning opener "Given to the Rising" is a perfect indicator of the full Neurosis assault, while the introspection-to-aggression dynamic is most evident in "To the Wind," which even starts with a little incisive balladry. This album peaks with the one-two-three punch of controlled violence in "Hidden Faces," "Water is Not Enough," and "Distill (Watching the Swarm)." Metal that's not afraid to slow down, focus its aggression, and control its attack will have the fullest impact with the thinking listener. Neurosis have helped define that attack throughout their history, and they continue to perfect it here.
Record: NM
Cover: NM
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