Hank Garland / Jazz Winds From A New Direction - Vinyl LP 180g - audiophil
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Description
Hank Garland / Jazz Winds From A New Direction
Speakers Corner / Columbia / CS8372
Format: LP 180g
25,50€
Rezension:
Dies ist in mehrfacher Hinsicht ein besonderes Album. Der offensichtlichste Grund: Hier scherte sich einer nicht um damals noch streng bewachte, hermetisch abgeschlossene Genre-Grenzen. Denn Hank Garland, aufgewachsen in einer ländlichen Gegend in South Carolina, war ein Star der Country-Welt. Das 1930 geborene Gitarren-Wunderkind war bereits mit 15 festes Ensemblemitglied der Grand Ole Opry in Nashville geworden; vier Jahre später hatte Garland seinen eigenen Solistenvertrag (bei Decca). In den folgenden zwölf Jahren veredelte er mit seinem geschmeidigen Spiel buchstäblich unzählige Aufnahmen – er spielte für Lefty Frizzell und Patsy Cline, für Brenda Lee, Mel Tillis und Conway Twitty, gelegentlich auch für Roy Orbison, die Everly Brothers und sogar König Elvis. Neben ihm war höchstens Chet Atkins, der allerdings offen Garland als den überlegenen Gitarristen bezeichnete. Mehr oder weniger heimlich (jedenfalls von der Country-Szene ignoriert) aber traf sich der Gitarrist auch mit ganz anderen Kollegen: In New York spielte er mit George Shearing und sogar Charlie Parker! 1961 ließ er die Bombe platzen – und nahm ein Album mit einem selbst ausgewählten Jazz-Trio auf. Das ist nun selbst ohne Garland für seine Zusammensetzung bemerkenswert: Bass-Veteran Joe Benjamin (u.a. für seine Zeit in der Ellington-Band berühmt) stand da neben dem Brubeck-Drummer Joe Morello, einem der spannendsten Schlagzeuger der Ära, der bekanntlich die seltsamsten Metren subtil swingen lassen konnte. Und dazu – der dritte Grund für den Ausnahmestatus dieser LP – ein siebzehnjähriger Junge aus Boston am Vibraphon: Gary Burton, bereits hier hörbar ein Ausnahmetalent und alsbald ein "main mover" der Jazzwelt, gab hier sein Schallplatten-Debüt! Burton wurde auch umgehend als Entdeckung des Jahres gefeiert; seine Rolle hier ist der des Gitarrenstars fast gleichberechtigt. Jener wiederum etablierte sich vom Fleck weg als einer der großen Meister der Jazz-Gitarre – doch blieb dieses Album tragischerweise sein einziges in dieser Richtung, denn noch im selben Jahr beendete ein schwerer Autounfall seine Karriere: Garland überlebte zwar nach einer Woche Koma, doch blieben schwere Hirnschäden zurück; die einzigartige Technik und flüssige Eleganz, die man auf diesem Sternstunden-Album hören kann, sollte er nie wieder erlangen. – In Europa weitgehend unbekannt, wurde "Jazz Winds…" in den USA umgehend zum Klassiker, der über die Jahrzehnte praktisch ohne Unterbrechung im Katalog der Columbia geführt wurde. In solcher Qualität wie hier allerdings vermutlich nie… (1961/2015)
Coverbild ist ein Standardfoto. Geringe Abweichungen sind möglich.